Regierung zieht die Zakâ Al-Fitr vom Arbeitslohn ab

Donnerstag 7-6-2018 | IslamWeb

Frage:

Wie ist es zu beurteilen, wenn jemand die Zakâ Al-Fitr für den Ramadân nicht entrichtet hat, weil die Regierung bereits den Wert der Fitr-Abgabe von seinem Lohn abgezogen hat?



Antwort:

Der Lobpreis gebührt Allâh und möge Allâh Seinen Gesandten sowie dessen Familie und Gefährten in Ehren halten und ihnen Wohlergehen schenken!

Die Zakâ Al-Fitr gehört zu den verpflichtenden Arten von Zakâ-Entrichtungen. Und bekanntlich ist die Zakâ so wie die anderen verpflichtenden Anbetungshandlungen wie zum Beispiel das rituelle Gebet nur gültig, wenn eine Absicht dafür vorliegt. Dass das Staatsoberhaupt sie nimmt, ohne dass der Zakâ-Zahler etwas davon weiß, führt nicht zur Erfüllung der Pflicht, weil die Absicht, die eine Voraussetzung für ihre Gültigkeit ist, nicht zustande gekommen ist.

Und so heißt es in Fath Al-Wahhâb bi-Scharh Manhadsch At-Tullâb von Zakariyyâ Al-Ansârî, einem Werk über schafiitischen Rechtschule, wie folgt:

„Und die Absicht des Anführers anstelle des Zakâ-Entrichtenden genügt nicht, ohne dass dessen Zustimmung vorliegt, so wie es auch bei anderen Dingen der Fall ist. Ausgenommen davon ist jemand, der sich weigert, sie zu entrichten; in einem derartigen Fall genügt sie [also: die Absicht des Anführers] und ist verpflichtend für ihn, um sie [dadurch] an Stelle der Absicht des Zakâ-Entrichtenden zustande zu bringen.“

Die Zakâ Al-Fitr bleibt für jemanden, der sie nicht entrichtet hat, als zu begleichende Schuld bestehen, selbst wenn lange Zeit vergeht.

Wenn die Regierung den Wert der Fitr-Abgabe von seinem Lohn abgezogen hat, um die Aufgabe zu übernehmen, sie an die entsprechenden Empfänger zu verteilen, und dabei die durch die Scharia vorgesehene Zeit einhält, und wenn dies mit seinem Wissen sowie seiner freiwilligen Zustimmung erfolgte und er damit beabsichtigte, die Zakâ Al-Fitr zu zahlen, dann ist dadurch seine Pflicht erfüllt und er braucht keine weitere Abgabe zu leisten.

Und Allâh weiß es am besten!

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